Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die uns zuteil wird: das Spendenkonto wächst und täglich kommen Helfer zum Aufräumen zu uns und bringen uns Kuchen oder Essen vorbei. Weiterhin erreichen uns Anrufe und Besuche von Menschen, die erst jetzt von dem Brand erfahren haben, und die uns kennen oder Besucher bei einer unserer vielen Veranstaltungen waren. Erst heute hielt ein Auto auf der Straße vor dem Hof, Besucher aus Wächtersbach brachten uns persönlich einen Briefumschlag mit Spenden vorbei. Es ist unglaublich und wir danken euch allen von Herzen! ❤️

Mittlerweile ist mehr als eine Woche seit dem Brand vergangen, der erste Schock ist überstanden, viele Tränen wurden geweint und wir erschrecken nicht jedesmal mehr beim Anblick dessen, was mal der Hof war.

Blick aufs Wohnhaus

 

Wir sind dabei, aus den Trümmern zu bergen, was für den Wiederaufbau nötig ist (die alten Ziegelsteine, um die original Fassade zu erhalten), unsere Tiere zu versorgen und uns mit den ganzen Versicherungsthemen auseinanderzusetzen:

Es kam ein Bearbeiter aus der Zentrale zusammen mit Sachverständigen, und dessen Ziel scheint nicht zu sein, die tatsächliche Schadenshöhe festzustellen, sondern, diese niedrig zu halten. Des Weiteren ist ihm nicht daran gelegen, uns zu unterstützen, so warteten wir beispielsweise über eine Woche darauf, dass er uns grünes Licht für die Aufräumarbeiten gab während die Trümmer im Hof vor sich hin stinken… 😩

Um in dieser Sache nicht alleine dazustehen haben wir externe Schadensregulierer eingeschaltet, die uns bei dem ganzen Vertrags- und Regulierungskram unterstützen, was eine immense Erleichterung ist.

Leider muss das kleine Wohnhaus abgerissen werden, da die Brandschäden so groß sind, dass ein Neubau (im alten Stil mit Sichtfachwerk) preiswerter ist als eine Reparatur. So wird, wenn die Trümmer endlich weggeräumt sind, bald nur noch das Wohnhaus stehen. Bei diesem ist das Dach nun abgedichtet, und im Wirtschaftsraum und Schweinestall gibt es wieder Strom. Die Wasserleitung wird diese Woche repariert werden.

Helmut hat die letzten Wiesen für Heu gemäht (das Mähwerk stand glücklicherweise zum Zeitpunkt des Feuers auf einer Wiese), und ein Bauer aus Lütter presst uns Ballen und lagert sie für uns, bis wir sie im Winter brauchen. Wir haben inzwischen zahlreiche Angebote für Heu, Stroh und Tierfutter bekommen, worüber wir uns sehr freuen – leider haben wir noch keine Lagermöglichkeit und können diese Geschenke nur annehmen, wenn sie bei den Gebern lagern, bis wir sie brauchen.

Von einem Teil des Spendengeldes haben wir Horden gekauft – transportable Metallgitter, die uns für die Ziegen als provisorische Stallungen im Herbst dienen sollen. Bis dahin werden sie auch ein provisorisches Dach über dem Kopf haben.

Außerdem sind wir dabei, mit den Reinigungsarbeiten für die Wohnräume zu beginnen – die im obersten Stockwerk sind komplett verußt und kontaminiert und müssen professionell gereinigt werden, ehe sie entkernt und neu ausgebaut werden können.

Ihr Lieben, es gibt einfach viel zu tun hier, ich möchte euch gar nicht mit zu vielen Details erschlagen, wollte euch aber zumindest einen Einblick geben was hier los ist. Wir versuchen, nicht an alles auf einmal denken, sondern nur immer an die nächsten Schritte..

Zu wissen, dass wir bei all dem finanzielle Unterstützung durch euch haben ist eine Erleichterung, die sich kaum in Worte fassen lässt. Das verschafft uns einen längeren Atem in den Verhandlungen mit der Versicherung.

Nachdem nun unsere Schadensregulierer damit beauftragt sind, unsere Interessen zu vertreten, können wir uns verstärkt dem Aufbau des Hofes widmen. Auch da haben wir bereits Unterstützung, und die Dachdecker und Architekten stehen in den Startlöchern.

Blick vom Hof über das, was Scheune war, ins Tal

 

Hier ist abschließend ein Artikel der Fuldaer Zeitung: “Nach großem Brand am Biolandhof Rönshausen: Familie blickt nach vorn”

Da die Frage kam: Diese Plattform wird von mir, Lilli Neumeister, verwaltet. Ich bin die Tochter von Helmut Schönberger und Marion Neumeister und bin derzeit auf dem Hof, normalerweise aber in Berlin. Wer Fragen hat, möge sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

Zu der Frage, wofür genau wir die Spendengelder verwenden: vieles ist derzeit noch nicht absehbar, ob es bspw. von der Versicherung wieder erstattet wird oder nicht. Wir führen genau Buch – wer meinen Vater kennt, den überrascht das nicht 😉 und werden alles transparent machen. Derzeit stellt es für uns die Möglichkeit dar, hier weiterzumachen, Futter oder Werkzeug zu kaufen oder Reinigungsarbeiten in Auftrag zu geben.

Danke danke danke dafür 🙏

(Lilli)